michaela niederkircher
Elke Krasny: Lebendiger Stillstand

In ihren Fotografien stellt Michaela Niederkircher nicht aus, sie stellt her. Und dieses Herstellen ist eines, das dem Anderen mit Respekt, Gelassenheit und intuitiver Rätselhaftigkeit begegnet. Diese fremd bleibende Rätselhaftigkeit findet in den Arbeiten keine Auflösung, sie bleibt. Zeiten, Räume, Personen, sie treten in ein neues, ein anderes Licht des Wahrnehmens. Es sind fragile Momente, die uns hier begegnen. Momente einer fernen Nähe, die kaum gewonnen, schon wieder sich entziehen. Mit eindrücklicher Präzision spürt die Künstlerin der Reflexion zwischen den Innenwelten und den Außenwelten nach. Was sich ausdrückt, wird zum Eindruck einer anderen Zeit, zu einem Einfall aus der Zeit. Und in den bewahrten Augenblicken begegnen uns Einsichten ins Unzugängliche, ins Ferne. Paradoxien des Festgehaltenen, sie beschäftigen diese Arbeiten. Intensive Momente sind es, die auf uns kommen und sich dennoch nie aufdrängen, bei sich bleiben in ihrer Eigenheit und sich so umso mehr zu eigenem Ausdruck bringen. Innere Geschwindigkeit und äußerste Wachheit, sie verbinden sich zu einer Reflexion ständiger Spannung. Es ist ein rätselhaftes Erfassen, mit dem sich Niederkircher in ihren Motiven findet. Immer stellen ihre Fotografien Beziehungen her, die sich in den Augenblicken der Betrachterinnen und Betrachter widerspiegeln. Beziehungen zwischen Zeiten, Räumen und Menschen, deren Ineinandertreten ein unerwartetes, ein fremdes und dennoch gelassenes ist.

Text: Elke Krasny

 

- -
- nach oben -